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Der KingofKingz.de Konzertbericht
Deutschland gib mir ein Mic! Tour 2006 - Hannover
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Vorwort
Wir sind zurück aus Hannover und im Gepäck haben wir viele schöne Fotos und Erinnerungen an dieses bombige Erlebnis. Und nun aufgepasst: Wer wissen möchte, wie ein Konzert von der ersguterjunge-Crew aussieht, wer von ersguterjunge auf O.C. Calfiornia steht, oder warum Bushido eine Penis-Nase hat, der sollte unbedingt weiterlesen!

 




Road-Trip!

Die Fahrt nach Hannover an sich war schon ein Abenteuer, denn (und das sei an dieser Stelle angemerkt) die Verkehrssituation in Hannover ist Sch* - unvorteilhaft. Um ehrlich zu sein sind wir alle froh, dass wir überhaupt angekommen sind, was vielleicht *auch* mit dynas Fahrstil zu tun haben könnte. Nach einigen „Hupkonzerten“ und „Herzklabastern“ sind wir wider erwarten dennoch am Capitol (Anm.: dort fand das Konzert statt) angekommen. Es musste nur noch ein Parkplatz her. Doch wo ein Konzert ist, da ist meistens auch ein Parkplatz / Parkhaus und auch in unserem Fall bestätigte sich dies. Ein Parkhaus war gefunden! Wie lange es geöffnet hatte war uns in diesem Moment völlig egal, wir wollten einfach nur in das Capitol – ein Fehler mit fatalen Folgen?


Wir sind da – die Kamera läuft!

Kaum angekommen zückte dyna (Anm.: Florian) das Handy, um D-Bo bescheid zu sagen, dass wir nun vor Ort waren. D-Bo erklärte uns kurz, dass er klären müsse, ob wir schon rein dürfen und das wir bitte in 5 Minuten noch einmal anrufen sollten. Keine 2 Minuten nach diesem Telefonat wurden wir zur unseren Überraschung von einem ersguterjunge-Crew-Kameramann freundlich begrüßt und gebeten ein kleines Statement abzugeben. Wer seid ihr? Was macht ihr heute hier? Und was ist eure Motivation? „Die Kamera läuft!“. Wie angewurzelt standen wir drei da. Noch etwas irritiert von der Überraschung plauderte dyna frech drauf los und beantwortete die Fragen. DEUTSCHLAND GIB MIR EIN MIC! Schrieen wir drei zum Abschied in die Kamera und wandten uns wieder dem Handy zu – die 5 Minuten waren um! D-Bo gab grünes Licht und wollte uns nun vom Seiteneingang abholen. Brav warteten wir vor der Absperrung und sahen D-Bo schon von weiten uns entgegen „stratzen“. Angekommen begrüßte er uns freundlich und ließ uns unter der Absperrung durch, nachdem er uns die schwarzen „Working“-Pässe überreichte. Auf dem Weg zum Seiteneingang kurzer Smalltalk, über die Fahrt und das Wetter, dann wurde es ernst!
 
 
 


Check, Check, Test, eins zwo

Als wir endlich das Capitol durch den Seiteneingang betraten, trafen wir gerade rechtzeitig zum Soundcheck ein. Auf unserer Linken befand sich der Hintereingang zur Bühnenhalle und auf unserer Rechten führte eine Treppe zu den Chillout –und Geschäftsräumen. D-Bo erklärte uns die letzten Details und verschwand dann in den oberen Etagen. Also machten wir unseren Job: wir knipsten das die Kameras glühten. Unser erstes Ziel war der Soundcheck in der Halle wo die Bühne stand, denn dort bereiteten sich Bushido und Co. auf den bevorstehenden Auftritt vor und rappten zur Probe ein paar Songs ein. Nach den ersten Bühnen-Fotos trafen wir wenig später Bahar und Saad vor der noch nicht in Betrieb genommenen Bar (Anm.: befindet sich einige Meter vor der Bühne). Wir nutzten die günstige Gelegenheit und machten gleich ein paar Fotos mit den beiden. Wie Saad es jedoch hinbekam - ohne dieses Kamera-Modell vorher jemals gesehen zu haben - die Bilder auf Anhieb zu löschen, auf denen er in komischen Posen zu sehen war, ist uns ein Rätsel.


Als nächstes inspizierten wir die oberen Stockwerke. Wir folgten unserer Nase und fanden das Buffet welches vorzüglich ausgestattet war, leider mussten wir der Versuchung widerstehen und knipsten lieber leckere Fotos. Nebenan sahen wir uns anschließend die Aufenthaltsräume an. Diese waren mit braunen (und sehr bequemen) Ledersofas ausgestattet, doch wir kamen anscheinend zu spät, denn die Etage war menschenleer und nur angebrochene RedBull-, Fanta- und Colaflaschen zeigten, dass hier vor kurzem noch etwas los war.

Wieder unten angekommen trafen wir dann auf Sonny Black himself, der gerade sein Soundcheck abgeschlossen hatte. Nach einer kurzen Begrüßung bot er uns an, einen Blick hinter / auf die Bühne zu machen, natürlich nahmen wir dankend an und sahen uns um. Ein kleiner 2 Meter langer Gang hinter der Bühne führte zum Mischpult und direkt dahinter befand sich das Schlagzeug, welches immer noch von Dirk in Benutzung war. Die Bühne selbst machte eher einen kleinen Eindruck und durch die Pyrotechnik wurde der Platz zusätzlich noch etwas eingeschränkt. Bushido zeigte sich von der (doch recht explosiven) Tatsache weniger beeindruckt… „Bei Corden Sport geh ich da durch…“ – Viel Spaß.


Nun hatten wir auch die Bühne gesehen und während Bushido duschen ging, begann (18:30) der Einlass. Rechtzeitig suchten wir uns einen geeigneten Platz für das Konzert und entschieden uns rechts neben dem Bühnengraben die Stellung zu beziehen. Innerhalb von 20 Minuten war das Capitol bis auf den letzten Platz gefüllt. Leider stiegen auch parallel zur Anzahl der Fans die Raumtemperatur, sowie die Luftfeuchtigkeit und so gönnten wir uns noch eine kurze Verschnaufpause an der frischen Luft.



Licht aus, die Show beginnt

20 Uhr das Licht verdunkelt sich und DJ Stickle tritt ans Mischpult, die Menge tobt und die Plattenteller fangen an zu rotieren. D-Bo und Nyze betreten die Bühne, begrüßen das Publikum und heizen den Fans ein. Dank der freundlichen aber sehr konzentrierten Security durften wir während der ersten drei Tracks in den Bühnengraben um Nahaufnahmen zu machen. Bei hämmernden Bass aus der Box (die direkt vor uns stand) und bei versehentlichen Schlägen auf den Kopf kam dann natürlich „Feeling“ auf ;-), was uns aber nicht vom Fotos machen abhielt. Beim letzten Track von D-Bo und Nyze „Benzin in meinen Adern“ war der Saal bereits so am kochen das es kaum noch auszuhalten war.

D-Bo und Nyze verlassen die Bühne, die Menge tobt, sehnt sich nach mehr und immer wieder füllen Bushido-Rufe den Saal. An eine Pause denkt niemand, denn schon nach ca. 5 Minuten betritt Chakuza die Bühne und leicht angeschlagen vom Vortag holt er seinen Partner Bizzy Montana auf die Bühne. Die Bässe hämmern und die beiden legen so richtig los, dabei sind sowohl Tracks aus „Suchen & Zerstören“, sowie von der neuen Scheibe (Anm.: Veröffentlichung 06.10.2006) „Blackout“.


Wir gehen kurz nach hinten und treffen vor dem Bühnen Eingang auf Chakuza und Nyze. Nach einem kurzen Gespräch kommt Bushido im Bühnenoutfit (natürlich eine Picaldi Jeans dazu eine Alpha Jacke) die Treppen hinunter. Er wirkt ruhig und locker, dennoch konzentriert und nach knapp 5 Minuten ist es soweit und er geht durch den Bühneneingang. Wir wollen uns das Spektakel nicht entgehen lassen und begeben uns wieder in den mittlerweile sehr stickigen Saal.
 

 
Und dann der Moment auf den die meisten gewartet haben: Der Saal verdunkelt sich und das Intro (ein Zusammenschnitt aus diversen Berichten, Interviews und Statements über und von Bushido)wird eingespielt. Zusammen mit den Bushido-Rufen, ergibt das ein Gänsehaut-Feeling der Extraklasse. „Das es auch anders geht, zeigt der Erfolg des Rappers Bushido“ – „Ich bin die deutsche HipHop-Szene mittlerweile und das kapieren diese ganzen Vögel nicht“ EXPLOSION – der Vorhang fällt, der Universal Soldier steht auf der Bühne und spielt selbiges. Zusammen mit Saad wird noch einmal richtig Gas gegeben – Der Höhepunkt des Abends.


Erneut verließen wir das Capitol durch den Seitenausgang, um wieder etwas frische Luft zu schnappen, ein Privileg welches wir schnell zu schätzen wussten. Draußen in einer abgetrennten Ecke der Sanitäter beobachteten wir, wie die Fans im Minutentakt behandelt werden. Mädchen mit Kreislaufproblemen, Schwächeanfällen und blutigen Nasen werden von den Secruity-Männern auf der Schulter in den sicheren Bereich geschafft. Einige Meter vom Geschehen warteten immer noch treue Fans, die keine Karten mehr bekommen haben, in der Hoffnung einen guten Jungen Richtung Tourbus abfangen zu können – vergebens.

Genug frische Luft getankt, dachten wir uns und gingen wieder zum Seiteneingang, wo mittlerweile D-Bo sich mit einem Mitarbeiter unterhielt. Sein Tipp für uns: „Typisch Ich“ – der nächste Song mit explosiver Beilage im Programm. An dieser Stelle müssen wir euch aber leider enttäuschen, denn wie wir feststellen mussten, waren Fotos mit diesen - zugegeben nicht gerade zimperlichen -Explosionen schlicht Weiß. Für alle die nicht da waren, ihr könnt euch das Ganze so vorstellen: „Ich bin wieder da und es macht klick klack(…)“ nun nehmt ihr einen 3x3 Meter großen Luftballon (wird schwer so was im Supermarkt zu finden), der prall gefüllt mit Luft ist und stecht mit einer spitzen Nadel rein. Wenn ihr dann noch steht, wisst ihr was wir meinen.


Nach der Show

Nach mehr als eineinhalb Stunden und mehreren Zugaben, verlassen Saad und Bushido die Bühne, wo wir bereits am Bühnen Eingang warten. Die Show ist zu Ende, doch ein kleiner Highlight des Abends stand noch an: Bushido hatte am nächsten Tag Geburtstag und eine Gratulation wollten wir uns nicht nehmen lassen. Im ersten Stock unterhielten wir uns noch kurz mit einem der Roadies über die Auf- und Abbau Arbeiten. Er verriet uns, dass bis spätestens 02:00 Uhr wieder alles abgebaut sein muss und dass um 02:30 die Fahrt Richtung Berlin losging. Nachdem sich dyna endlich einen Kaffee spendierte  (Kaffeemaschine sei Dank), betraten wir ein Stockwerk höher nun wieder die Aufenthaltsräume, wo nach dem Konzert wesentlich mehr los war.

Nach einer kurzen Vorstellung von D-Bo, nahmen wir bei seiner Familie und Freunden platz und aßen zusammen klein gehaktes Obst und unterhielten uns über Parkhäuser und dessen Öffnungszeiten. Zum Beispiel von dem Parkhaus, in dem sich auch unser Auto befand. Panik spiegelte sich in unseren Gesichtern wieder und auch die Mutter von D-Bo (die ebenfalls dort parkte) war sichtlich nicht begeistert. Wir fragten Mirko (den Tourmanager), der zufällig ein Blick in den Raum riskierte, ob er die Öffnungszeiten im Kopf hätte. Leider konnte auch er uns nicht helfen, versprach aber sich zu erkundigen.


Kurz nach 24 Uhr hörte man im Vorraum lautes Gelächter, alle drehten sich um und sahen Bushido, der eine fluoreszierenden Penis Brille (quasi eine Halbmaske mit Brille und einer Nase in Form eines Penis) auf hatte. Schmunzelnd stimmten wir alle „Happy Birthday“ an und gratulierten anschließend Bushido zum Geburtstag. Nach all den Glückwünschen wandte sich Bushido D-Bo’s Mutter zu und fragte, ob sie denn wüsste was ihr Sohn ihm geschenkt habe. Sie verneint und Bushido erklärte ihr, dass er eine lebensgroße aufblasbare Gummipuppe geschenkt bekommen habe. Diese Situationen gehörten eindeutig zu den lustigsten des ganzen Abends. Zwischendurch ließ uns Mirko übrings alle aufatmen: das Parkhaus hatte 24 Stunden geöffnet.

Wenig später durften wir auch Saad, Bizzy und Chakuza im Aufenthaltsraum begrüßen. Wir fragten Saad was er denn heute noch so machen würde (Anm.: was macht man wohl ca. nach 17 Std. auf den Beinen und 3 Std. auf der Bühne? Vielleicht schlafen?). Er antwortete er würde sich in den Tourbus legen und gemütlich die 3. Staffel von OC California angucken. Ein neuer Baustein für eine Diskussion war gelegt. Das gleichzeitige Augenverdrehen von D-Bo und einigen anderen Leuten im Raum (uns eingeschlossen), machte das ganze Gespräch nur interessanter. Während Saad begeistert davon erzählt, wer in der 3. Staffel stirbt und wer das größte Arschloch sei, verglich D-Bo die ganze Serie mit GZSZ.

Die Diskussion setzte sich noch über mehrere Minuten fort, und nach einem Blick auf die Uhr entschließen wir uns doch so langsam zurück zu ziehen. Wir bedankten uns bei allen Anwesenden für die tolle Gastfreundschaft und verabschiedeten uns.



Ein kleiner Tagesrückblick

Trotz des ganzen Stresses herrschte eine recht entspannte und lockere Atmosphäre, was uns sehr gefreut hat. Die ersguterjunge-Künstler haben uns durch die Bank freundlich begrüßt und bei einigen kam man auch nett ins Gespräch. Das Essen war bestimmt überaus lecker, leider haben wir – bis auf etwas klein gehaktes Obst – nichts abbekommen. Die Show selbst hat uns beeindruckt, denn die guten Jungs haben wieder alles gegeben. Fazit: Abwechslungsreiches Lineup, Tolle Rap-Performance, Pyrotechnik, und Lichtschauspiel – nur an der Luftzufuhr muss noch gearbeitet werden. So wird euch Deutschland liebend gern wieder das Mic geben und wir sind gespannt, wie man das noch übertreffen kann und was uns bei der nächsten Tour erwarten wird.


Geschrieben von dyna am 05.10.2006

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